[Route „Bôtan“] Wandern und Abschluss (Heskîf – Êlih – Amed)

Am Freitag den 27. März trafen wir, alle Freund_innen der Delegation, wieder in Heskîf (Hasankeyf) aufeinander. Nach einem Frühstück, bei welchem erste Eindrücke ausgetauscht wurden, gingen wir in die historische Altstadt, welcher die Aufmerksamkeit von den schreiend bunten Touriständen gestohlen wird, und weiter in die, sich im Rücken der Stadt befindlichen, Sandsteinberge. Diese sind von majestätischen Schluchten durchzogen in deren Wäde unzählige Höhlen aus längst vergangener Zeit eingelassen sind. Allen tat das Klettern in der, seit Tagen zum ersten Mal scheinenden, Sonne ausgesprochen gut. Auf den mit Graß bewachsenen Terassen siedelte eine vielzahl Schnecken. In den niedrigeren Lagen graßten Ziegen und wir genossen einen Tee. Die Idylle zauberte etlichen Freund_innen neue Freude in den Geist.

Über Êlih (Batman) ging es im Bus zurück nach Amed. Hier brachten wir das durch uns, in den Tagen der Fahrt, in den Bussen entstandene Chaos wieder in Ordnung.

Anschließend hielten wir unser Abschlussplenum im bereits mehrfach erwähnten “Ari” ab.

Hiernach zerstreuten wir uns, die morgige Abreise im Sinn, einige nocheinmal zu Familien und in WGs, andere in Hotels und wieder andere direkt in Richtung BRD, um sich dort bei einem Nachbereitungstreffen wieder zusammenzufinden.

Wir möchten uns, im Namen aller Delegationsteilnehmer_innen, bei der Koordination, den Übersetzenden und der YXK für die Ermöglichung dieser Reise bedanken.

Wir sind begeistert und fasziniert von der Gastfreundschaft der kurdischen Freund_innen und möchten hier nocheinmal unseren Dank jenen gegenüber und unsere Anerkennung für ihren Willen und ihre Überzeugung zum Ausdruck bringen!

HER BIJÎ BERXWEDAN!

[Route „Bôtan“] selbstverwaltet leben lernen (Gever)

Nach einem Fühstück mit allen Freund_innen der YXK im Haus unseres Gastgebers, trafen wir uns in der HDP-Zentrale von Gever (Yüksekova). Anschließend fuhren wir in den Bussen zu einem in der Umgebung gelegenen Dorf, welches selbstverwaltet, auf Basis einer Kommune organisiert ist.

Die Dorfbewohner_innen begrüßten uns herzlich auf einem, an ein Wohnhaus angrenzenden, Acker auf dem jene den Bau eines Zentrums für die Frauen des Dorfes planen.
Sie berichteten uns davon, dass sie nach Jahren der Überzeugungsarbeit alle Dorfbewohner_innnen von der Idee der Kommune überzeugt hatten und deren Partizipation erreicht hatten. Das Privateigentum an Land wurde aufgegeben und jenes zu Gemeindeland umgestiftet. Die Erzeugnisse werden seither auf die Genoss_innen, je nach Bedarf, gerecht aufgeteilt. Weiter wird Gemeindevieh gehalten, auch um ein, zuvor nicht verfügbares, Angebot an Fleischerzeugnissen aus biologischer, nicht Massentierhaltung zu generieren. Erwirtschaftete Überschüsse wurden in der Vergangenheit an solidaritätsbedürftige Regionen, wie zuletzt Kobanê, gespendet. Weiterlesen

[Route „Bôtan“] Weiterfahrt (Şirnex – Roboski – Gever)

Nach einer kurzen Gesprächsrunde im HDP-Büro in Şirnex starteten wir am Morgen des 25. März einen weiteren, diesmal erfolgreichen Versuch nach Gever (Yüksekova) zu fahren. Schon auf dem ersten Streckenabschnitt wurden wir einigen Ausweiskontrollen unterzogen. Ironischerweise an den selben Kontrollposten wie am vorherigen Tag. Schließlich, aufgrund der Vorfälle am vorigen Tag als auch der traurigen Historie Roboskis und der räumlichen Nähe zu jenem Ort entschlossen wir uns als Solidaritätsdelegation an einer Demonstration eben dort teilzunehmen.

Am nächsten Checkpoint beschloss das türkische Militär uns einreden zu wollen, dass die Bewohner des zunächst gelegenen Dorfes uns physischen Schaden zufügen wollen würden. Welch eine Frechheit! Wir dankten ab und erklärten das “Risiko” eingehen zu wollen. Daraufhin bestanden sie darauf uns in einem zivilen Wagen Geleit zu geben. Ausschlagen konnten wir dieses “Angebot” nicht. Weiterlesen